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Vorbemerkung: CHSoft basiert auf den Farbvorgaben von Frau L. Eberhard.  Neben der grundsätzlichen Zuordnung  von Tönen und Farben ging es bei Frau E.  um die Übertragung der Intervall-Lehre der klassichen Musik auf Farben: Harmonische Töne entsprechen demnach harmonischen Farben. Sie wandte diese Hypothese auf  Dur- und Moll-Tonarten, auf Terzen, Quarten, Quinten und Akkorde an. Sie war überzeugt ihre eigene Farb-Skala wäre dafür die einzig geeignete. Was ist nun richtig?


1.Die Farbvorlagen aus dem Farben-buch von L.Eberhard

Das Buch "Welche Farben wähle ich?" 4. und letzte Auflage von 1957:

 

l.e.farbenbuch 40 kb


 

Beilage 1: Der Farbenkreis

 Beilage 2: Der Farbenwähler

Abdeckkarte I für den Farbenwähler

Dem Buch "Welche Farben wähle ich?" liegen noch die Abdeckkarten II und III bei. Sie dienen zur Beurteilung von Dominanten und Disharmonien.

 

2.Tabellarischer Vergleich mit den Farbskalen anderer Forscher

Bei der Software "CHSoft" geht um die  Überprüfung  der Korrelationen von klassischen Tonleitern mit Farben. - Halten die zugrundeliegenden farbmetrischen Annahmen von L. E. einer kritischen Prüfung stand?  Gibt es fundierte Alternativlösungen?

Zur Bearbeitung dieser Fragen wurde von Colourmonics® Studio eine Übersichtstabelle  erstellt. Sie erlaubt den visuellen Vergleich der historischen Ansätze seit 1704. Die Tabelle zeigt auf einen Blick die erstaunliche Vielfalt und Unterschiedlichkeit der dokumentierten Farbskalen und den weitgehenden  Mangel an  Übereinstimmung.  Unterschiedlichkeiten bestehen hinsichtlich:

1. Welche Farbe gehört zu welchem Ton?
2. Wie sind die Farben zu verteilen: Mehr Farben im Grün-, Blau- oder mehr im Rotbereich?
3. Sollen die Farben kontinuierlich (wie etwa im Regenbogen-Farbkreis) oder anders angeordnet werden?
4. In welcher Richtung sollen kontinuierliche Farben angeordnet werden: Im Uhrzeigersinn oder invers?
5. Wieviele Farben sind den Tönen einer Oktave zuordnenbar: 12 oder nur wenigere?
6. Wie genau entsprechen die überlieferten Farben, denen die von den Autoren gemeint waren/sind?

 

 

 

Die abschließende Beurteilung der oben gestellten Fragen steht noch aus.

 

3. Georg Anschütz und seine Grundlagenwerke zur Synästhesie-forschung

 

Bei einer Veranstaltung des Deutschen Farbenzentrums am 26. September 2009 in Berlin hatte ich Gelegenheit den bekannten Farbenforscher und langjährigen Vorsitzenden des DFZ Herrn Professor Klaus Palm zum Thema Farbe-Ton-Korrelationen zu befragen (www.deutsches-farbenzentrum.de ). Dabei kam er auf den Hamburger Psychologen Prof. Dr. Georg Anschütz und dessen  Farbe-Ton-Forschungen  zu sprechen. Die Witwe von G. Anschütz hatte Prof. Palm seinerzeit den wissenschaftlichen Nachlass ihres Mannes überlassen. Es handelt sich vor allem um die Unterlagen von drei Kongressen zum Thema „Farbe-Ton-Forschungen“  mit drei seitenstarken Bänden  aus den Jahren  1927, 1931 und 1936:

 

Vorher und nachher wurde nie wieder so intensiv und so  ausschließlich das Thema Synästhesie und ihrer Randgebiete beforscht wie von G. Anschütz und seiner Psychologisch-Ästhetischen Forschungsgesellschaft in Hamburg. Synästhesie ist ein Schlüsselthema bei allen Farbe-Ton-Korrelationen.

Herr Professor Palm ermöglichte mir diesen Nachlass einzusehen.

„Das Farbenhören greift tief in den Aufbau des Seelischen ein und gestattet daher bei näherem Zusehen neue Einblicke in dessen organischen und lebendigen Aufbau“ fasst G. Anschütz seine Erkenntnisse zusammen (Band II, Seite 521). Auch aus Sicht der heutigen Sinnespsychologie und Neurophysiologie  handelt es sich beim Nachlass von G.  Anschütz um bemerkenswerte Pionierleistungen. Die gründliche, vor allem experimentelle Beforschung der synästhetischen Phänomene und ihrer Randgebiete mit den sorgfältig dokumentierten Untersuchungsbefunden sind es wert zugänglicher gemacht zu werden. In Absprache mit Prof. Palm hänge ich daher die Inhaltsverzeichnisse der drei Bände „Farbe-Ton-Forschungen“ und einen in Band II enthaltenen 10-seitgen Artikel von Prof. Anschütz an:

 

Anschütz, Georg: Farbe-Ton-Forschungen, Band I, 432 Seiten, Leipzig 1927,

Inhaltsverzeichnis  PDF-Datei

Anschütz, Georg: Farbe-Ton-Forschungen, Band II, 531 Seiten, Leipzig 1936,

Inhaltsverzeichnis und Artikel S. 521-530 PDF-Datei

Anschütz, Georg: Farbe-Ton-Forschungen, Band III, 438 Seiten, Leipzig 1931, Inhaltsverzeichnis   PDF-Datei

 

Nützliche Links zu G. Anschütz und Synästhesie :

http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Anschütz

http://de.wikipedia.org/wiki/Syn%C3%A4sthesie

 

 

4. Experiment: Tonakkord in Farben sichtbar gemacht

 tonakkorde sichtbar gemacht 1956 mittel

Merkblatt von L. E. von ca 1951

5. L. E. Farbkreise von 1924

Während ihrer Zeit als Dozentin an den Musikhochschulen in Oslo und Bergen in Norwegen hatte Frau L. Eberhard als Anschauungs-material drei Farbkreismodelle entwickelt und 1924 patentieren lassen (Norwegisches Reichspatent Nr. 43295):

Farbkreismodelle 1 bis 3 von 1924

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